Augenblick mal!


Die Branche ist in Sachen Hotel-Bett weitgehend blind. In den Hotel-Tests wird das Bett ebenso ausgeklammert, wie in den Gästebefragungen. An den Hotelfachschulen wird es nicht gelehrt und in den Buchungsportalen sucht man auch vergeblich danach. Man könnte den Eindruck gewinnen, es handelt sich beim Hotel-Bett lediglich um einen Deko-Artikel, eine lästige Notwendigkeit in Form einer horizontalen Lagerfläche für den Gast, um einen Teil der Zeit zwischen Ein- und Auschecken zu überbrücken. Daher folgen wohl auch viele Hotels dem Wirtschaftlichkeits-Prinzip, mit einem minimalen Mitteleinsatz ein vorgegebenes Ziel zu erreichen (Minimumprinzip), geleitet von dem Grundsatz: „Solange der Gast nichts einfordert, wird auch nichts geliefert. “ Und zur Bereitstellung einer horizontalen Lagerfläche mit den Massen 90 mal 200 Zentimeter braucht es derzeit keine 200 Euro, Matratze inklusive.

Wer seine Kernleistung als Hotelier damit erfüllt sieht, dem rate ich an dieser Stelle auch, nicht weiter zu lesen. Das wäre Zeitverschwendung. Aber so bleibt die Hygiene im Bett dem Zufall überlassen, Schlafkomfort verdient meist den Namen nicht und die Wertschätzung gegenüber dem Gast beschränkt sich auf nette Optik, denn in Design wird ja gerne investiert. Für alle anderen, die sich ihrer Verantwortung als Hotelier zu diesem Thema nicht nur bewusst sind, sondern auch aktiv stellen wollen, habe ich eine Botschaft: Erkennen Sie in Ihrem Hotel-Betten die Chancen, die damit verbunden sind! Planen und pflegen Sie Ihr Leistungsangebot Hotel-Bett, denn es wird sich auszahlen!

Damit einher gehen Investitionen in Ausstattung und Housekeeping, gut angelegtes Geld, denn letztlich geht es um den Kern jeder Hotel-Marke. Und so möchte ich einen unbekannten Autor zitieren: „Gute Hotellerie ist einfach zu definieren: Wenn der Gast das Haus glücklicher verlässt, als er gekommen ist“ Diese Strategie beim Bett anzuwenden, könnte sich als entscheidend für jene erweisen, die Ihr Überleben nicht im Kampf um die günstigste Rate suchen. Und wer für einen Augenblick mal darüber nachdenkt, der wird erkennen, dass es nur eine Leistung gibt, die jeder Gast auf dieselbe Weise nutzt und an dem jedes Hotel, ganz gleich welcher Art, gemessen wird: am Hotel-Bett.

Jens Rosenbaum

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